Matthias Richter, Vorstand Schlosserei

Als Sohn einer Kürschnermeisterin, Werkstättenleiterin des Betriebs ihrer Mutter, und eines Vollblut-Musikers, tätig im Elektrotechnik Geschäft seines Vaters, kam ich schon früh in Berührung mit dem Handwerk. Ständig standen mir meine Eltern bei der Kreation aller möglichen Kostüme und Objekte mit Rat und Tat zur Seite und vermittelten mir die Denkweise, dass man mit dem nötigen Wissen und Werkzeug alles schaffen kann – eine Einstellung die mich bis heute begleitet und die ich auch an meine Kinder weiter gebe.

Nach Abschluss der Matura auf einem BORG mit künstlerischem Schwerpunkt, auf dem ich auch einen umfassenden Einblick in die Materie der Kunstgeschichte erhielt, entschloss ich mich für eine Lehre im Metallbereich. In der Kunstschlosserei Zach, ehemals Kunstschmiede Zach und Söhne, erwarb ich eine umfangreiche Ausbildung in allen möglichen Bereichen des Schlosser- und Schmiedehandwerks. Als einer der letzten Wiener Kunsthandwerksbetriebe dieser Sparte führten wir regelmäßig Restaurationsarbeiten für die Stadt Wien durch und fertigten allerlei kunstfertige Objekte wie Zäune, Laternen und anderen Zierrat. Auch die Liebe zu Kostümen und Gewandungen blieb mir erhalten und so war ich einige Jahre als Trommler einer mittelalterlichen Musikgruppe und Mitstreiter einer Schaukampfgruppe auf historischen Märkten anzutreffen.

Nachdem, gegen Ende meiner Lehrzeit, die künstlerischen Aufträge zunehmend dem schlichten Portalbau wichen, machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Betätigungsfeld. So nahm ich am staatlich geprüften orthopädischen Hufschmiedekurs der Veterinärmedizinischen Universität Wien teil und übersiedelte vorübergehend nach Graz, wo ich, an der Meisterschule für Kunst und Gestaltung, einen ausführlichen Einblick in das Goldschmiede- und Juweliershandwerk erhielt.

Als ich mich später dazu entschied meinen Lebensmittelpunkt endgültig nach Graz zu verlegen entdeckte ich durch Zufall die Firma Art+Event wo ich mich als Schlosser bewarb. Relativ knapp nach meiner Anstellung wurde ich vom damaligen Abteilungsleiter gefragt ob ich Interesse daran hätte die Schlosserei nach seiner Pensionierung weiterzuführen und so drückte ich erneut die Schulbank und erwarb, nach deren Abschluss, den Titel als Meister für Metall- und Maschinenbau.

Die verspielten Konstruktionen und teils ausgefallenen Mechanismen der Bühnenbilder ziehen mich bis heute in ihren Bann und sorgen regelmäßig für spannende Herausforderungen die es zu lösen gilt.